Wanderversuche und Offroadabenteuer

Freitag 03.06.2016


Sandsteinklippen

Heute wollen wir zwei Wanderungen im Waimea Cayon machen. Die erste Wanderung wollen wir durch einen der höchstgelegenen Sümpfe der Welt machen. Die zweite Wanderung soll uns dann zu den Waimea Wasserfällen bringen, welche gemäss Tourguide in der späten Nachmittagssonne am schönsten sind. Wir fahren bereits um 07:15 los, da die Fahrt zum Canyon etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt. Kauai ist eigentlich keine grosse Insel, trotzdem dauert es von A nach B teilweise doch mehrere Stunden. Schuld daran sind vor allem die Geschwindigkeitsbegrenzungen. Das höchste der Gefühle sind 99 km/h. Meistens sind es aber eher 40 – 50 km/h.

Immerhin der Boden bietet einen attraktiven Kontrast zum grauen Himmel.

Am Ende der Bergstrasse angekommen ziehen wir unsere Wanderschuhe an und machen uns auf den Weg. Wir sind noch nicht lange losgelaufen, da fängt es auch schon an zu regnen. Getreu dem Motto es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung ziehen wir die Regenjacken an und wandern weiter. An dieser Stelle der Insel muss täglich mit Regen gerechnet werden, denn sie gehört zu den nässesten dieser Erde. Zuerst geht es wie so oft auf den Inseln über erstarrte Lava. Dieses Mal ist aber nicht schwarz, sondern Rot.

Noch ist der Untergrund fest.

Der Punkt an welchem wir umkehren.

Sie lässt sich vom Regen nicht beeindrucken.

Schon bald wird uns klar, dass es eine ziemlich schlammige Angelegenheit werden würde. Wir sind noch lange nicht beim Sumpf angekommen, aber bereits jetzt kommen wir immer wieder zu Stellen, an welchen man knöcheltief einsinkt. Wir sind froh um unsere Wanderschuhe, die Trekkingschuhe wären bereits vollgelaufen. Als wir dann an einer Stelle ankommen, die besonders schlimm ist hat Sibylle die Nase voll und will nicht mehr weiter. Wir geben uns geschlagen und kehren zum Auto zurück. Auch auf dem Rückweg werden wir vom Regen begleitet, der erst aufhört als wir beim Auto ankommen.

Es ist etwas hängen geblieben.

Für die Waimea Wasserfälle ist es noch zu früh, deshalb sehen wir uns nochmal die Karte an und sehen, dass es noch einen anderen Weg zum Sumpf gibt. Dieser ist aber nur über eine unbefestigte Strasse zu erreichen, für welche zwingend ein Allradfahrzeug benötigt wird. Vorsorglich haben wir ein solches gemietet, und so versuchen wir es auf diesem Weg zum Sumpf zu kommen.

Ihr fragt euch jetzt sicher, weshalb wollen die beiden unbedingt in den Sumpf, wenn sie schon auf dem Weg dahin aufgeben, weil sie im Schlamm einsinken. Im Sumpf selbst würde uns das nicht passieren, da der gesamte Wanderweg mit Brettern ausgelegt ist, so dass man eben nicht einsinkt.

Auf der Strasse zum Sumpf werden wir kräftig durchgerüttelt und die Strasse wird immer schlimmer. Auf einem besonders steilen Stück kommt das Auto immer wieder ins Rutschen und rutscht in die Rinnen, die das Wasser aus der Strasse gewaschen hat. Unten angekommen will Sibylle nicht mehr weiterfahren, und ich übernehme das Steuer. Als nächstes müssen wir eine Brücke überqueren, welche nur wage zu erkennen ist, weil sie selbst voll Wasser ist. Nach der Brücke sehen wir eine Möglichkeit umzudrehen, welche wir dann auch wahrnehmen. Das Ganze ist uns nicht mehr so ganz geheuer und hier draussen stecken bleiben möchten wir dann doch nicht. Wir überqueren wieder die Brücke und kommen kurz darauf zur Stelle, an welcher wir runtergerutscht sind. Von Unten sieht es noch schlimmer aus als von Oben. Der Abschnitt sieht mehr wie ein Bergwanderweg der Schwierigkeit T3 aus. Hier von einer Strasse zu sprechen wäre definitiv übertrieben. Aber es bringt alles nichts, wir sind hier runtergekommen, also müssen wir hier auch wieder hoch. Ich schaue mir die Strasse noch ein letztes Mal an und dann drücke ich das Gaspedal einfach durch. Zu meinem Erstaunen fliegen wir praktisch den Berg hoch und bleiben nicht stecken.

Zurück auf festem Asphalt entscheiden wir uns dazu den Canyon wieder zu verlassen, da sich das Wetter eher noch verschlechtert hat. Für heute haben wir genug Regen und Schlamm gesehen. Wir wollen noch etwas Sonne tanken. Zum Glück ist das hier viel einfacher als in der Schweiz. Wir fahren ca. eine Stunde zur Küste im Süden und schon haben wir wieder bestes Wetter.

Was das wohl in einem früheren Leben mal war?

Als erstes fahren wir zu einem Strand der etwas spezielleren Art. Auf dem Lavagestein hat es überall verrostete Motoren und andere Autoteile, die teilweise wie geschmolzen aussehen. Früher wurde hier ein Schrottplatz betrieben und Überreste davon sind immer noch sichtbar. Auch wenn es eigentlich traurig ist, dass der Strand hier voll Schrott ist, so ist es zugleich auch faszinierend zu sehen, was das Meer mit dem Schrott gemacht hat. Wir wandern etwas der Küste entlang und geniessen die Einsamkeit, bevor wir zurück zum Auto gehen.

Auch ohne verrostete Kunst ist die Küste attraktiv.

Bevor wir zurück nach Kapa’a fahren, legen wir noch einen Stopp an einer Sandsteinküste ein und machen eine kleine Wanderung. Die Felsen hier sind alle aus Sand. Das Landschaftsbild unterscheidet sich sehr stark von dem der Lavaküsten.

Die Bäume wachsen hier nicht in die Höhe…

Sportlicher Tag

Donnerstag 02.06.2016


Im Hintergrund der Donkey Beach, der nur per Velo oder zu Fuss zu erreichen ist.

Nachdem wir beim ersten Mal Schnorcheln etwas Pech mit dem Wetter hatten, gehen wir heute im Süden Schnorcheln. Der Süden verspricht allgemein besseres Wetter, da er im Regenschatten der Berge im Landesinneren liegt. Bei unserer Ankunft im Süden der Insel werden wir dann auch von der Sonne begrüsst. Auch der Wellengang ist hier ruhiger als am Tunnels Beach – optimale Schnorchelbedingungen.

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Ein schwimmender Zebrastreifen ;).

Nachdem uns die Taucherbrille beim ersten Mal andauernd beschlagen hat, haben wir dieses Mal vorgesorgt und sie mit Antibeschlag behandelt. Das Riff hier ist sehr fischreich, so dass man im Prinzip nur ins Wasser liegen muss und schon die ersten Fische sieht. Das Wasser ist sehr klar und dank der Sonne ist auch genügend Licht vorhanden. Die Fische präsentieren sich in den schönsten Farben und Formen. Wir geniessen die Bucht schnorchelnd mit Unterbrechung ca. 2h.

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So lässt sich das Leben geniessen.

Nicht nur den Menschen scheint es an diesem Strand zu gefallen. Nach einer Zeit schwimmt eine Seeschildkröte an Land und macht es sich am Strand gemütlich. Leider waren wir zu dieser Zeit nicht im Wasser so, dass wir sie nicht schwimmen sahen. Beim Zusammenpacken sehen wir dann am Strand eine Absperrung, mit vielen Leuten rundherum. Als wir näher kommen sehen wir, dass der Strand nicht nur bei Schildkröten beliebt ist, sondern auch bei der Hawaii-Mönchsrobbe. Eines dieser Tiere hat es sich am Strand gemütlich gemacht und macht hier ihr Mittagsschläfchen.

Sibylle auf dem knallgelben Beach Cruiser.

Zurück in unserer Unterkunft reinigen wir die Schnorchelausrüstung und essen einen kleinen Happen. Da das Wetter einigermassen beständig aussieht, entscheiden wir uns dazu mit den Velos der Küste entlang zu fahren. Kauai ist die einzige Insel auf welcher es einen Veloweg gibt und dieser führt sehr schön der Küste entlang. Wir geniessen die Fahrt und die Aussicht und fahren bis zum Ende des Weges.

Das beste Shave Ice in ganz Hawai’i

Zurück in Kapa’a gönnen wir uns ein Shave Ice, welches wir genüsslich auf einer Bank verspeisen. Damit wir die soeben konsumierten Kalorien wieder abarbeiten können, drehen wir vor dem Abendessen noch eine Runde mit den Standup paddle boards. Auf dem Rückweg kommen wir dann noch etwas ins Schwitzen, weil uns der Wind stark entgegenbläst.

Sleeping Giant und Waimea Canyon

Das Ziel der Wanderung ist der unbegrünte Felsblock rechts oben.

Nachdem wir uns auf Kauai eingelebt haben, wollen wir heute eine Wanderung unternehmen. Die erste Wanderung führt uns auf den schlafenden Riesen, der nicht allzu weit weg von unserer Unterkunft ist. Trotzdem müssen wir ein kurzes Stück mit dem Auto zu Ausgangspunkt der Wanderung fahren.

Der Weg ist abwechslungsreich und uneben.

Schon kurz nach dem Start des Wanderwegs zeigt sich, dass wir sehr froh um unsere Wanderschuhe sind. Der Regen der letzten Tage hat seine Spuren auf dem Weg hinterlassen. Es ist teilweise matschig und sehr rutschig. Der Dreck bleibt an den Sohlen kleben und so ist die Traktion teilweise stark eingeschränkt. Wir schaffen es aber trotzdem den Berg hoch, ohne hinzufallen. Teilweise müssen wir auch noch etwas klettern, da der Weg an einem Ort abgerutscht ist. Unterwegs geniessen wir die Aussicht auf Kapa’a und das Meer unter uns. Auch der Wald ist sehr interessant und wieder saftig grün mit vielen Farnen.

Blick auf die Küste

Auf dem Berg angekommen machen wir eine kurze Picknickpause, bevor wir dann noch auf die Stirn des Riesen klettern. Auf dem Weg zum Gipfel ist Trittsicherheit und gute Balance unverzichtbar, denn der offizielle Weg führt nicht auf den Gipfel. Als geübte Wanderer meistern wir das aber problemlos und geniessen eine schöne Rundumsicht über Kauai.

Auf dem Gipfel angekommen

Auf dem Rückweg zum Parkplatz werden wir wieder einmal vom Regen begleitet, der alles noch ein bisschen rutschiger als beim Aufstieg macht. Trotzdem kommen wir wieder heil unten an und werden durch Sirenengeheul der Tsunami Warnanlage begrüsst. Wir wissen zuerst nicht so recht, ob dies jetzt ein richtiger Tsunamialarm ist, oder ob es nur eine Übung ist. Schnell bringen wir dann aber in Erfahrung, dass immer am ersten Werktag des Monats um 11:45 ein Probealarm stattfindet.

Zurück in unserer Unterkunft versuchen wir den Lehm von den Schuhen wieder wegzukriegen, was uns aber nur halb gelingt, da er sehr stark in den Sohlen hängt. So belassen wir es dann bei halbschmutzigen Schuhen, denn sie sollen ja noch öfters zum Einsatz kommen.

Blick in den Waimea Canyon

Nach einer kurzen Pause machen wir uns auf den Weg in den Süden, welchen wir bis jetzt noch nicht erkundet haben. Dies wollen wir heute nun ändern. Wir fahren bis ans Ende der Strasse im Süden, welche im Waimea Canyon liegt. Der Waimea Canyon ist ein bisschen der kleine Bruder des Grand Canyon. Im Unterscheid zum Grand Canyon ist der Waymea Canyon aber viel grüner. Wir bestaunen die Schönheit des Canyons von verschiedenen Aussichtspunkten und planen schon eine Wanderung im Canyon zu machen.

Die Waipi’o Wasserfälle aus der Ferne

Auf dem Rückweg besuchen wir dann noch das Spouting Horn. Ein Loch in der Klippe durch welches das Meerwasser gepresst wird. Jedes Mal, wenn eine Welle auf die Klippe trifft schiesst das Meerwasser aus dem Loch meterweit in die Höhe.

Das spouting Horn

Schnorcheln am Tunnels Beach

Dienstag 31.05.2016


Alles ist bereit für unsere erste Schnorcheltour

Auf Empfehlung unserer Gastgeber fahren wir heute erneut in den Norden. Wir wollen unsere gemietete Schnorchel-Ausrüstung einweihen. Am Tunnels Beach machen wir unsere erste Schnorchel-Erfahrung auf dieser Reise. Das Wetter ist heute bereits am Morgen ziemlich verhangen und weiss nicht so recht, ob es sonnig werden will. Angekommen am Strand ist es nicht richtig sonnig. Doch zum Schnorcheln ist das nicht so tragisch. Der Strand bietet ein schönes Korallen-Riff, wo wir verschiedene Fische bestaunen können. Obwohl es recht unruhig ist, können wir einiges sehen. Und wir sind auch nicht alleine im Wasser. Zurück im Auto machen wir uns wieder auf den Weg in unser Condo, wo wir uns vom Meerwasser abduschen.

Nicht nur die Fische sind zahlreich, sondern auch die Schnorchler.

Danach machen wir eine Mittagspause und überlegen uns, was wir noch weiter anstellen wollen. Das Wetter hat mittlerweile auf Regen umgestellt, der ganze Himmel ist verhangen. Deshalb nehmen wir uns noch einmal das Auto und fahren Richtung Süden. Doch wir kommen nicht weit. Die Strasse in Kappa und Waimea ist im frühen Nachmittag so verstopft, dass wir keine Lust haben lange im Stau zu stehen. Wir drehen um und machen deshalb noch einen Spaziergang an den Strand, im Regen. Wenigstens haben wir uns noch ein bisschen mehr bewegt und nun gesehen, wie der Strand bei uns aussieht.

Fast alleine am Strand.

North Shore

Montag 30.05.2016


Ein einsamer Strand für uns alleine.

Kauai begrüsst uns an unserem ersten Morgen mit warmem sonnigen Wetter. Wir essen unser Frühstück in unserem Condo und wollen heute den nördlichen Teil der Insel mit dem Auto erkunden. Von Kapaa fahren wir bis ans Ende des nördlichen Teils nach Ha’ena. Beim Ke’e Beach beginnt auch der bekannte Kalalau Trail an der Napali Küste. Wir stoppen an einigen Beaches, Lumahai Beach, Annini Beach und Secret Beach. In Hannalei stoppen wir für einen kurzen Shopping-Halt und eine Zwischenverpflegung.

Der Grund dafür, dass hier niemand schwimmen geht…

An verschiedenen Aussichtspunkten machen wir uns einen ersten Eindruck von Kauai. Das grüne der Insel ist sehr dominierend und wunderschön. Die Küstenregionen sind flach und das Landesinnere uneben mit seinen spitzen grünen Bergen. Das grüne der Insel hat Kauai ganz klar seinem Regen zu verdanken. Immer wieder mal ist dieser sehr dominierend und die Scheibenwischer laufen auf Hochtouren.

Fotos kann man aber trotzdem machen.

Fotos kann man aber trotzdem machen.

Zurück in unserer Unterkunft entscheiden wir uns wieder die Stand up Paddle-Boards zu nehmen und eine Runde auf dem Fluss zu drehen. Dieses Mal gehen wir nicht mehr in die andere Richtung des Meeres, da uns eine weitere Regenwolke duscht.

Hier lädt das Meer schon eher zum Baden ein.