Category: Abenteuer Skandinavien

Tag 19 – Fahrt nach Finnland

Ein paar mickrige Birken trotzen der unwirtlichen Gegend der Hochebene

Ein paar mickrige Birken trotzen der unwirtlichen Gegend der Hochebene

Heute entschieden wir uns, wie an einem Sonntag auch sonst üblich (vor allem für mich, Sibylle), dass wir richtig lange ausschlafen. Der aufkommende Wind rüttelt stark am Womo und weckt uns schon früh, aber das hindert uns nicht daran Auszuschlafen. Nach einem gemütlichen Frühstück gehen wir ins Kaffee, welches sich beim Leuchtturm befindet. Wir hatten gestern gesehen, dass dieses einen Internetzugang anbieten und wollen dort die nächsten Tage in Finnland planen zu können. Die Leitung war leider nicht so schnell, aber wir fanden ein paar Ideen.

Von Gamvik geht es dann auf dem gleichen Weg wieder zurück bis nach Ifjord. Dort biegen wir in die E98 ein, welche sich am Anfang als eine gute Strasse präsentierte. Doch dann kommt eine Baustelle, und es ist 10 km Schotterpiste fahren angesagt. Freudig registrierten wir das Ende der Baustelle, allerdings währt diese Freude nicht lange, denn die Strasse die jetzt kommt ist beinahe schlimmer als die Baustelle selbst. Immer wieder muss Michi stark abbremsen, um Bodenwellen abzufedern und Schlaglöchern auszuweichen. Nach ca. 25 Km erreichen wir Tana bru, eine kleiner Gemeinde im Nordosten von Norwegen, wo die Strasse wieder besser wird. Auf wesentlich besserer Strasse geht es weiter bis zu einer Brücke, welche über den Utsjoki führt. Auf der anderen Seite des Flusses ist bereits Finnland wo wir kurz nach der Grenze einen Campingplatz ausfindig machen. Wir geniessen die Duschen, denn man hat endlich wieder mal viel Wasserdruck. 😉

Mehr Bilder gibt es hier: Gallerie Tag 19

Route Tag 19

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Tag 18: Auf zum Womonordkapp

Aussicht über den Canyon

Aussicht über den Canyon

Früh um 5 Uhr werden wir durch gleichmässiges Prasseln auf dem Dach geweckt. Es dauert einen Moment bis wir realisieren, dass es regnet. Dies kommt unverhofft, denn es war kein Regen gemeldet. Wir drehen uns um und schlafen weiter.

Als ich um 9 Uhr aufstehe und die Rollladen hochmache, lacht mich aber bereits wieder die Sonne an und der Himmel ist wieder Stahlblau. Wir essen Zmorge und machen das Womo abfahrtsbereit. Das erste Ziel ist die ESSO Tankstelle in Lakselv, welche eine Entsorgungsstation für Womos besitzt. Leider ist diese ausser Betrieb und wir fahren unverrichteter Dinge weiter. Kurz vor unserem Ziel sollte es gemäss Womoführer noch einmal eine Entsorgungsmöglichkeit haben.

Den ersten Zwischenstopp legen wir beim Silfar-Canyon ein, wo wir eine kleine Wanderung entlang des Canyons machen. Die Mücken hätten uns auch hier zum fressen gerne, wenn nicht der Mückenspray wäre, welchen wir vorsorglich aufgetragen haben.

Kristallklares Wasser des Silfar Canyon

Kristallklares Wasser des Silfar Canyon

Einen weiteren Zwischenstopp legen wir bei einem Wasserfall ein. Hier fliesst der Adamsfoss ins Meer. Das Wasser wird hier von senkrecht stehenden Platten umgeleitet. Aber das Wasser hat sich mit der Zeit seinen Weg gebahnt und die Felsen sind richtig ausgefressen.

Wasserfall des Adamsfoss

Wasserfall des Adamsfoss

Nach diesem kurzen Stopp geht es weiter und die Strasse führt uns auf eine Hochebene wo ein paar hundert Rentiere weiden und immer mal wieder die Strasse überqueren. Die Landschaft ist atemberaubend und unterscheidet sich stark von der gewohnten Küstenlandschaft. Überall Steine und hinter jedem Hügel ein neuer See. Bäume hingegen sucht man hier oben vergebens.

Nur ein Bruchteil der weidenden Rentiere

Nur ein Bruchteil der weidenden Rentiere

Gegen 17 Uhr sind wir am Ziel unserer heutigen Etappe, dem Womonordkapp, angekommen. Das Womonordkapp wurde von den Autoren des Reiseführers so benannt und ist der nördlichste Punkt auf Europas Festland. Denn das Nordkapp liegt ja bekanntlich auf einer Insel. Die Küste wird durch ein Naturschutzgebiet geschützt und beherbergt die grösste Kolonie an Schmarotzermöwen in Norwegen. Deswegen ist hier Campen auch nur auf den dafür vorgesehenen Parkplätzen erlaubt, welche leider nicht gerade zahlreich vorhanden sind. Der Grösste ist bereits voll mit Wohnmobilen. Wir haben aber Glück und finden noch einen freien Platz auf einem kleineren Parkplatz.

Wir parkieren das Womo so, dass wir auf das Meer hinaus und zum nördlichsten Leuchtturm der Welt schauen und die Mitternachtssonne beobachten können. Ich starte einen zweiten Versuch für einen Zeitraffer und wie beim ersten Mal ziehen wieder Wolken auf und verdecken die Sonne. So muss der Tag eben ohne Mitternachtssonnenblick enden.

Mehr Bilder gibt es hier: Gallerie Tag 18

Route Tag 18

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Tag 17: Von wegen nördlichster Punkt Nordkapp

Mitternachtssonne zur Geisterstunde.

Mitternachtssonne zur Geisterstunde.

Heute Morgen verhöhnt uns das Wetter schon beinahe mit strahlend blauem Himmel und Sonnenschein. So als wollte es sagen, währt ihr mal erst heute hierher gefahren. Wir aber lassen uns nicht beirren und machen uns auf den Weg zum Wanderparkplatz des Knivskjellodden. Denn das Nordkapp hat seinen Namen eigentlich nicht verdient. Bei der Vermessung ist den Geographen ein Fehler unterlaufen, denn es ist nicht der nördlichste Punkt.

Nordkapp ohne Wolken

Nordkapp ohne Wolken

Zum Nordkapp kommt man aber bequem mit dem Auto hin, zum Knivskjellodden muss man die Wanderschuhe auspacken. Vom Parkplatz aus sind es rund 9 Km bis zum Ende des Festlandes. Bei super Wetter starten wir also unsere Wanderung und marschieren über Stock und Stein und durch sumpfiges Gras. Obwohl wir uns gerade mal auf ca. 300 m.ü.m. befinden, wachsen hier keine Bäume und die Vegetation ist sehr karge. Es dominieren jede Menge Steine und Moos. Wir folgen immer schön den Steinmännern, welche hier oben mit den Schieferplatten gebaut wurden und so den Wanderweg markieren. Ab und zu Hüpft ein Vogel neben uns her. Nahrung findet er hier genügend, denn Mücken gibt es in diesem Sumpfigen Gebiet jede Menge. Zum Glück hilft der Mückenspray und wir tragen so gut wie keine Stiche davon.

Der Steinmann weist den Weg

Der Steinmann weist den Weg

Beinahe am nördlichsten Punkt angekommen läuft uns noch ein einzelnes, weisses Rentier über den Weg. Am Ende von Europa angekommen wird erstmals eine Picknickpause eingelegt, bevor wir dann eine Fotosession einlegen. Danach machen wir uns auf dem gleichen Weg wieder zurück, denn eine Alternative gibt es leider nicht. Dies aber nicht bevor wir uns noch im „Gipfelbuch“ eingetragen haben.

Weisses Rentier bringt Glück

Wir sind nördlicher, ätsch!

Wir sind nördlicher, ätsch!

Auf dem Rückweg hören wir plötzlich lautes schnauben aus der Bucht. Bei genauerem Hinsehen entdecken wir einen Delfin, der immer wieder auftaucht und sich in der Bucht tümmelt. Viel mehr als die Schwanzflosse ist aber leider nicht zu sehen.

Schwanzflosse vom Delfin

Schwanzflosse vom Delfin

Nach 18 Km und 5:40 inklusive Pausen sind wir zurück beim Womo angekommen, wo wir feststellen müssen, dass der Parkplatz inzwischen ganz schön voll geworden ist. Beinahe sind wir eingeparkt, aber zum Glück ist links von uns die Parklücke frei, so dass ich mit etwas Zirkeln doch raus komme.

Blick durch die "Kirchentür"

Blick durch die „Kirchentür“

Das nächste Ziel vor dem Abendessen ist die Kirkeporten ein grosser Felsenbogen mit Aussicht auf den Nordkappfelsen. Wir machen ein paar Fotos und kehren dann zu unserem Picknickplatz von gestern zurück wo wir draussen auf den Bänken znacht essen.

En guete

En guete

Nach dem Abwasch und dem Duschen entscheiden wir uns noch weiter zu fahren. Etwas enttäuscht sind wir schon, dass wir nicht erst heute zum Nordkapp gefahren sind, denn das Wetter ist immer noch bombastisch. Wir entscheiden uns aber dagegen nochmal zum Nordkapp zu fahren. Stattdessen geht es in Richtung Trollholmen. Der Sage nach, verwandelten sich dort am Strand Trolle in Stein, als sie die Mitternachtssonne erblickten.

Ein Troll im Abendrot der Mitternachtssonne

Ein Troll im Abendrot der Mitternachtssonne

Wir Parkieren das Womo auf einem Parkplatz und nehmen die restlichen 500 m zu Fuss. Das Wetter ist immer noch super und die Sonne wird sich in einer Stunde am tiefsten Punkt befinden. Wir haben Glück, denn wir können vom Strand mit den Trollen die Mitternachtssonne sehen und jede Menge Mitternachtssonnenfotos schiessen. Nach 1.5h geht es zurück zum Womo wo wir uns noch ein Glace und ein Schnäpschen gönnen. Inzwischen bereuen wir es definitiv nicht mehr, dass wir nicht nochmal ans Nordkapp gefahren sind. Denn solch tolle Fotos hätten wir dort definitiv nicht machen können. Und wir hatten den Strand erst noch für uns alleine.

Mein neuer Fussball

Mein neuer Fussball


Mehr Bilder gibt es hier: Gallerie Tag 17

Wanderung Tag 17

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Route Tag 17

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Tag 16: Das Nordkapp kommt unverhofft

Ein ganz kleines bischen Mitternachtssonne ist im Hintergrund zu sehen ;)

Da für den heutigen Tag bedecktes Wetter mit leichtem Regen vorhergesagt ist, wird erstmal ausgeschlafen. So ist es dann auch schon 11:30 Uhr bis wir vom Camping losfahren. Erstes Ziel ist Alta, wo der Kühlschrank wieder aufgefüllt wird. Da es in Alta ansonsten nicht viel zu sehen gibt, entscheiden wir uns weiter nach Honningsvåg zu fahren. Unterwegs muss ich dann das erste Mal für Rentiere bremsen. Es sind die ersten, die wir auf unserer Reise sehen, aber es werden definitiv nicht die letzten für diesen Tag und unsere Reise sein.

Das erste Rentier, welches sich auf die Strasse verirrt hat.

Da erst für Samstag wieder richtig gutes Wetter vorhergesagt ist, planen wir am Freitag bei bedecktem Wetter die Wanderung zum nördlichsten Punkt von Europa zu machen. Dies ist nämlich nicht das Nordkapp, sondern Knivskjellodden. Dieser Punkt liegt noch etwas nördlicher als das Nordkapp, ist aber nur zu Fuss zu erreichen.

Aber bekanntlich kommt immer alles anders als geplant, vor allem dann wenn es um das Wetter geht. Je näher wir Honningsvåg kommen, umso besser wird das Wetter. In Honningsvåg angekommen lacht uns die Sonne entgegen und im Hafen sind gerade drei grosse Kreuzfahrtschiffe dabei vor Anker zu gehen. Da Honningsvåg selbst nicht viel zu bieten hat, entschliessen wir uns zu einem Picknickplatz 12 Km hinter Honningsvåg zu fahren.

Im Nordkapptunnel unter dem Meer hindurch.

Dort angekommen wird der frische Dorsch im Windschatten des Womo grilliert und genüsslich verspiesen. Während dem Essen fährt ein Car nach dem anderen an uns vorbei. Die Touristen der Schiffe wollen alle ans Nordkapp. Nach dem Abwasch schauen wir uns die Webcam des Nordkapps an und entschliessen bereits heute die Nacht dort zu verbringen, da es nur leicht bewölkt ist und die Sonne scheint.

Auf dem Weg zum Kapp kommen uns eine Menge leere Busse entgegen, welche die nächsten Gäste in Honningsvåg abholen gehen. Am Nordkapp angekommen bezahlen wir 2x 235 NOK und parkieren das Womo auf dem grossen Parkplatz. Es werden die Thermoklamotten montiert und dann geht’s rauf zum Besucherzentrum. Leider hat sich die Sonne inzwischen hinter ein paar Wolken versteckt. Dies ist aber noch nicht weiter tragisch, denn es ist erst 21:45 Uhr. Den tiefsten Stand wird die Sonne erst um 00:15 Uhr erreichen.

Also vertreiben wir uns die Zeit mit einem Besuch im Souvenirshop, wo wir Karten kaufen. Da sich das Wetter noch nicht verändert hat, setzen wir uns ins Kaffee und schreiben Karten. Immer wieder wandert der Blick dabei nach draussen und langsam aber sicher sollte die Sonne dann doch mal zum Vorschein kommen. Um 23:30 Uhr ist die Sonne immer noch hinter den Wolken und wir begeben uns in den Kinosaal wo wir uns anschauen können, wie es dann aussehen würde, wenn die Sonne nicht hinter Wolken versteckt ist.

Gegen 00:00 Uhr begeben wir uns dann wieder nach draussen, wo die Sonne neckisch zwischen den Wolken hindurchschaut. Zum Glück sind die meisten Touristen der Kreuzfahrtschiffe bereits wieder weg, und der Globus ist nicht mehr ganz so überlaufen. Wir machen ein Paar Fotos und hoffen immer noch, dass die Sonne doch noch zum Vorschein kommt. Aber mehr als farbige Wolken sind leider nicht zu sehen.

Der Globus am Nordkapp um 01:30 Uhr

Wir kommen ins Gespräch mit einer Schweizer Familie und finden heraus, dass sie mit dem Womo unterwegs sind, welches uns schon den ganzen Tag verfolgte. Mal überholten sie uns und mal überholten wir sie. Gegen 01:15 Uhr haben wir dann genug gesehen und gehen ins Bett.

Mehr Bilder gibt es hier: Gallerie Tag 16

Route Tag 16

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Tag 15: Wandern, Waschen und Putzen

Blick auf Tromsø

Da wir nun in Tromsø waren, haben wir uns für die Wanderung auf den Hausberg Fjellheisen entschieden. Für den Aufstieg mussten wir mit ca. einer Stunde rechnen. Unser Schlafplatz war voll in der Verkehrszone der Stadt und deshalb waren wir bereits kurz nach 9 Uhr unterwegs. Der Aufstieg ging zuerst durch einen Birkenwald, dann mehr Tannen bis wir dann oberhalb der Baumgrenze waren. Die Aussicht war bei tollem Wetter wunderbar. Man hatte einen Ausblick auf die Stadt Tromsø sowie die umliegenden Fjorde und Berge, herrlich. Die Berge waren noch weiss gezuckert. Auf dem Berg angekommen haben wir noch einige lustige und schöne Bilder mit dem Selbstauslöser gemacht, sowie ein Tee/Kaffee auf der Terrasse genossen. Danach ging es mit der Seilbahn wieder in die Stadt.

Mit dem Womo legten wir nun noch ca. 200 km Richtung Norden zurück. Da Waschen angesagt war, liessen wir uns auf einem Campingplatz nieder, wo wir das Womo wieder auf Vordermann brachten und die Wäsche wuschen.
Mehr Bilder gibt es hier: Gallerie Tag 15

Wanderroute

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Route Tag 15

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